Aktuelles 2013

 

Mit altvertrauten Irrtümern aufgeräumt
 
Geschichtsverein des Monschauer Landes legt umfassende Darstellung von Hans Steinröx über Reinartzhof und Hattlich vor.
Es ist erst gut 40 Jahre her, dass die letzten Bewohner die bäuerliche Siedlung Reinartzhof im Hohen Venn, gelegen auf belgischem Gebiet am Pilgerweg nahe Roetgen-Schwerzfeld, verlassen haben.
Der Bau der unterhalb gelegenen Wesertalsperre Eupen und der damit verbundene Trinkwasserschutz waren der offizielle Grund dafür, Band13dass die beiden großen Höfe geräumt werden mussten, da sie im Wassereinzugsgebiet der neuen Talsperre lagen. Heute würde man sicherlich technisch und politisch umsetzbare Lösungen finden, um dem den Bestand der Höfe zu sichern, selbst wenn die Fortführung eines landwirtschaftlichen Betriebes im Hohen Venn wohl schwierig geworden wäre.
Inzwischen führt der Eifelsteig an der ehemaligen Kulturstätte vorbei und der Wanderer fragt sich, wie die Menschen hier in der Einsamkeit des Venn wohl gelebt haben? Realität ist, dass heute nur noch Mauerreste, eine Kapelle und eine Gedenkstätte an die Siedlung erinnern.
Nun ist in Form eines Buches eine umfassende geschichtliche Darstellung des Reinartzhofes von den Anfängen bis zum Ende erschienen, die die wechselhafte Geschichte der Siedlung deutlich macht. Sie stammt aus der Feder von Hans Steinröx, dem verstorbenen langjährigen Vorsitzenden (1965 - 1984) des Geschichtsvereins des Monschauer Landes. Das Buch beschreibt zudem ausführliche die Geschichte von Alt-Hattlich, einer weiteren Kulturstätte im Hohen Venn. Die im Eupener Grenz-Echo Verlag (GEV) erschienene heimatgeschichtliche Abhandlung wurde jetzt in der Gaststätte Zur Buche in Mützenich der Öffentlichkeit vorgestellt.
Hans Steinröx, der im Jahr 2000 verstarb und vorigen Monat 100 Jahre alt geworden wäre, hatte umfangreiches Material über den Reinartzhof und Hattlich zusammengetragen, das auch in den Jahren 1982 und 1993 bereits im Jahrbuch Geschichtliches Eupen erschienen ist.
Nun erfolgt auf Initiative des Geschichtsvereins auch eine für die Leser im Monschauer Land zugängliche Veröffentlichung. GEV-Verlags-Geschftsführer Guido Bertemes bezeichnete das Buch als interessante Lektüre nicht allein für Geschichts-Interessierte und konnte sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein des Monschauer Landes gut vorstellen.
Autor Hans Steinröx war diese Veröffentlichung seiner Arbeit zu Lebzeiten zwar nicht mehr vergönnt, doch Dr. Elmar Neuß, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, zog in Anwesenheit von Witwe Anneliese Steinröx dennoch zufrieden einen Schlussstrich: Was lange währt, wird endlich gut. Das späte Erscheinen des Buches habe auch durchaus seine Vorteile: Die Veröffentlichung sei durch inzwischen dazu gewonnenen Informationen über Reinartzhof und Hattlich umfangreicher, präziser und ausführlicher geworden. Hans Steinröx Beiträge wurden unter Mitwirkung von Franz Wilhelm Hermanns und Elmar Neu bearbeitet. Der Vorsitzende blickte zurück auf die Entstehungsgeschichte der beiden Kulturstätten. Heute sei es kaum vorstellbar, dass im 15. Jahrhundert zu Zeiten der Aachener Heiligtumsfahrt Massen von Pilgern (die Rede ist von bis 10000 Menschen täglich) auf der wichtigsten Verbindung von Trier nach Aachen verkehrten und dabei auch die Siedlung Reinartzhof berührten, die zur Zeit des Mittelalters eine Klause oder Einsiedelei gewesen sein muss.
Da der Reinartzhof zum Herzogtum Jülich zählte und Hattlich zum Herzogtum Limburg, gab es zwischen den beiden Siedlungen keine Berührungspunkte.
Was das Buch in besonderem Maße auszeichne, betonte Elmar Neuß, sei die Tatsache, dass es mit einigen Legenden, Irrtümern und Fehlinformationen aufräume, da inzwischen neue Quellen erschlossen worden seien.
Neu: In dieser Ausführlichkeit haben die beiden Plätze ein Denkmal gefunden, das sich sehen lasen kann.
Die Legende vom Glöckchen.
Einer der am hartnäckigsten wiederholten altvertrauten Irrtümer betrifft die Geschichte über das Glöckchen vom Reinart.
Die Glocke vom Reinartzhof, die einst Pilger vor den Gefahren des Moores warnen sollte, soll der bisher bekannten Legende nach ihren Weg in den Glockenturm der alten Monschauer Pfarrkirche gefunden haben. Dafür aber, so stellte Hans Steinröx fest, gebe es keinerlei verlässliche historische Quellen. Nur mit großem Wohlwollen lasse sich sagen, dass es sich möglicherweise um die Glocke vom Reinartzhof handele.
(P. St.)
Hans Steinröx: Reinartzhof und Hattlich - Zwei alte Kulturstätten im Hohen Venn, herausgegeben vom Geschichtsvereins des Monschauer Landes, erschienen im Grenz-Echo-Verlag Eupen, 288 Seiten, ISBN 978-3-96712-084-5, 29,80 Euro (15 Euro für Mitglieder des Geschichtsvereins)

 


Der Geschichtsverein des Monschauer Landes stellt das neue Jahrbuch “Das Monschauer
Land vor”
Pressebericht
 

 


Der traditionelle Büchertauschtag findet in diesem Jahr am
09. November statt.
In Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Monschau steht der Sitzungssaal im Rathaus von 14.30 bis 16.00 Uhr zur Verfügung.
 

 


Jahreshauptversammlung v. 20.04.13 - Pressebericht
 

 

Historische Wanderung zu den Westwallbunkern im Buhlert

Am Samstag, 27.04.13 trafen sich ca. 20 Mitglieder und Gäste des Geschichtsvereins Monschauer Land, um an der historischen Wanderung zu den Westwallbunkern im Buhlert, unter der Leitung von Engelbert Donnay, teilzunehmen.
Mit interessanten und locker vorgetragenen Erläuterungen, erklärte Engelbert Donnay den Sinn bzw. Unsinn des Westwalls.
Er sprach ausführlich über das Reichsarbeitsdienstlager und über das Wehrertüchtigungslager in der Nähe der Straße Schmidt – Strauch.
Interessant waren auch die Lohnvergleiche, z.B. bekam ein Handwerker ca. 50,00 RM, ein Westwallarbeiter aber schon ca. 100,00 RM wöchentlich. Die LKW-Fahrer, die das Material heranbrachten, wurden nach Kilometern bezahlt, hierbei kamen dann etwa 600,00 bis 1000,00 RM zusammen.
Man erfuhr, woher der Name Hürtgenwald (Hürtgen-Forest) kommt, wie die Soldaten verpflegt wurden, und wie sie in den Bunkern lebten und kämpften.
Da es in den Bunkern keine Küche gab, war die glücklichste Erfindung für die Infanteristen die Feldküche. Sie hat übrigens den Bewegungskrieg erst möglich gemacht, weil sie dem Soldaten wenigstens ein warmes Essen am Tag gewährleistete - übrigens eine russische Erfindung.
Während der Wanderung bestand auch die Möglichkeit, einen Bunker von innen zu besichtigen.
Man konnte sich in den engen Räumen gut in die Lage der jungen Soldaten versetzen, die die amerikanischen Angriffe erwarteten.
Die Bewaffnung und Einrichtung der Bunker war vor 1944 ausgebaut und an die Normandie geschafft worden. Die Sicht- und Schußlinien zu den anderen Bunkern waren vor den Kämpfen zugewachsen.
Das, was noch vorhanden war, z.B. die PAK 3,7 cm war veraltert, das MG 42 konnte in den Bunkern nicht eingesetzt werden, da die Gase des schnell schießenden MG´s dafür sorgten, dass die Soldaten ohnmächtig wurden.
Auf dem Rückweg besichtigten die Wanderer noch den ehem. Russenfriedhof. Engelbert Donnay erzählte über die schlechte Verpflegung und das Leid der russischen Zwangsarbeiter.
 

Weitere Informationen finden Sie im Jahrbuch 2006 auf Seite 109 “Die Bunker im Buhlert”
 

Bunkerf01

Engelbert Donnay referiert vor einem Bunker im Buhlert

Bunkerf02

in der Nähe des Reichsarbeitsdienstlagers

Bunkerf03

bedrückende Atmosphäre im Innern eines Bunkers

Bunkerf04

Bericht über den ehem. Russenfriedhof

 


Nächste Termine:

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen gehören die Jahresausfahrt und der Büchertag.

Die Ausfahrt ist vorgesehen für den 21.09.13 zum neu eingerichteten Museum für Bäderkultur in Zülpich und zu weiteren römischen Fundstätten der Umgebung.

Der Tauschtag findet am 09.11.13 statt.

Einzelheiten dazu folgen in einem Rundschreiben.
 

 


Ausstellung in Vorbereitung

Im Zusammenhang mit der “Mon-Klassik” auf der Burg Monschau in der Zeit vom
16. - 25. August 2013 bereitet eine Arbeitsgruppe eine neue Ausstellung im Haus Holzmarkt zum Thema “Festspiele auf der Burg Monschau” vor.

Darin werden nicht allein die Festspiele der Nachkriegszeit, die vielen noch in Erinnerung sind, sondern auch die Aufführungen auf der Burg in den 20er und 30er Jahren vorgestellt werden.
Geschichtsverein und Stadtarchiv verfügen über reichhaltiges Anschauungsmaterial zu diesem Thema.
 

 

 

 


Anschrift:

Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V.,
c/o Stadtarchiv Monschau, Holzmarkt 5, 52156 Monschau,
Telefon: 02472 – 80 56 746,
E-Mail:
post@gv-mon.dewww.gv-mon.de
Bankverbindung: Sparkasse Aachen; Konto 648 858 9; BLZ 390 500 00; IBAN: DE 45 3905 0000 0006 4885 89  SWIFT-BIC: AACSDE 33

 

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