Höfen / Alzen

 

Höfen (Erstbezeugung a. 1361 der berch, den man nennt die Hoeve)

Der Ort, auf der Höhe südlich der Rur gelegen, ist aus Einzelhöfen, außerhalb des älteren Siedlungskerns, im sogenannten Waldgeleit hervorgegangen. Die bedeutendsten Höfe befanden sich im Besitz von Amtsträgern des Landesherren.

Als erster ist der Hof Alzen (heute Ortsteil) belegt, als a. 1444 Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg den Forstmeister Johann von der Hardt mit dem Erbmannlehen Altzina ausstattete. (Das hierzu oft genannte, falsche Datum 1404 beruht auf einem Lesefehler). Das Lehen blieb bis zum Ende des Alten Reiches bei den Beamten der Forstverwaltung und ging von den von der Hardt über die Familie B(r)ewer schließlich in die Hände der Familie Stoltzen.

Zum Jahr 1529 ist eine andere Belehnung

Hofen7

Schreibershof (Efferenhof), nach einem Gemälde von Lorenz Braun, 1910-1914

an den Anthonis von Dalbenden (Dalbender Hof) bezeugt; Lage und Geschichte dieses Hofes harren auf Grundlage der Lehnsakten (1476-1789) weiterer Aufklärung. Ein nach dem Amtmann Johann von Efferen (aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts) benannter Hof diente - wie auch einige Höfe in Kalterherberg - zur Ausstattung des Wachdienstes in der Stadt Monschau. Nach mündlicher Überlieferung entspricht der heutige Schreibershof diesem Efferenshof.

Die Lage im Waldgeleit, außerhalb des Zehntgebietes des Feldgeleits, das dem Marienstift in Aachen zahlungspflichtig war, sowie die Nähe zur herzoglichen Beamtenschaft hatten zur Folge, dass Höfen wie auch Kalterherberg nach dem Weistumsrecht einen besonderen Zehnten an Hühnern und Lämmern an die Burg Monschau entrichten mussten; die Besitzer von Gespannen waren zu besonderen Fuhren von Bau- und Brennholz an die Burg verpflichtet.

Als es 1639 mit der neuen Pfarre Monschau im "Oberen Kirchspiel" zu einer ersten Abtrennung und Verselbständigung von der Urpfarre Konzen kam,

Ochsenfuhrwerk
 Foto: Walter Scheibler 1944

wurde Höfen (mit Rohren) der neuen Pfarre Monschau zugewiesen. Wenig später erbauten die Einwohner eine eigene Kapelle, die mit der Weihe 1701 (St. Michael) dem Prämonstratenserstift Reichenstein inkorporiert wurde. Es folgten: Selbständige Pfarre 1804, Kirchenneubau 1857/59 (Weihe 1864); ein Umbau mit Erweiterung wurde 1970 geweiht.

Die französische Mairie de Hoeven mit Rohren ging 1816 nahtlos in eine preußische Bürgermeisterei über (ab 1851 als Samtgemeinde); seit 1927 bildete Höfen zusammen mit Kalterherberg ein Amt, 1936 Gemeinde im Amt Kalterherberg und seit 1972 Stadtteil von Monschau.

Trotz starker Zerstörungen während der Ardennenoffensive im Winter 1944/45 ist in Höfen ein beachtlicher Teil älterer Bausubstanz und Bestand an Hausschutzhecken aus Rotbuche erhalten geblieben. Aufgrund der sorgfältigen und liebevollen Pflege wurde Höfen in den letzten Jahrzehnten mehrfach als "Golddorf" im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ausgezeichnet.

Im Tal der Schwalm (Perlbach) zwischen Höfen und Kalterherberg wurde in den

Höfener Mühle im Perlbachtal,
 Ansichtskarte des Eifelvereins Aachen, 1914

Jahren 1953-58 die Perlbachtalsperre zur Wasserversorgung des Landkreises Monschau errichtet. Die oberhalb der Talsperre, am Weg nach Kalterherberg gelegene Höfener Mühle (Konzession 1805) gehört zur Gruppe der Mühlen, die nach dem Fall des Mühlenzwangs im Gefolge der Neuordnungen der französischen Zeit nach 1794 näher bei den betroffenen Dörfern errichtet wurden.

 

 

Literatur:

R. Bewer: Alzena, ein genealogischer Knotenpunkt, EHV 4 (1928/29) S. 114-124; Th. Schreiber: Höfen, Rohren und Widdau im Spiegel amtlicher topographischer Karten, ML 28 (2000) S. 31-48; H. Steinröx: Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes, Monschau : Geschichtsverein des Monschauer Landes 1994; R. M. Müller: Der Krieg, der nicht sterben wollte. Monschau 1944/45. Berichte amerikanischer und deutscher Zeitzeugen, Monschau - München : Universitas Verlag 2002
 

 

Fachwerkhaus im winterlichen Höfen,
Foto: Walter Scheibler 1944

Vennhaus im winterlichen Alzen,
Foto: Walter Scheibler, 1944

 

Alzen (Erstbezeugung a. 1444 Altzina)

Ortsteil von Höfen, auf einem Höhenrücken, der nach Süden und Westen durch die Täler von Fuhrtsbach und Schwalm (Perlenbach) begrenzt und durch einen Taleinschnitt vom weiter nördlich gelegenen Höfen getrennt ist. Die Siedlung ist aus einem Lehnshof des Herzogs von Jülich hervorgegangen. Erster bekannt gewordener Lehnsträger war im Jahr 1444 der Forstmeister im Amt Monschau Johann von der Hardt. Das Lehen blieb bis zur französischen Zeit (1794) bei Beamtenfamilien der Forstverwaltung.

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