Menzerath / Hargard / Stillbusch

 

Menzerath (Erstbezeugung a. 1361 die zwey Mentzenrait)

Auf dem Höhenzug, der vom Rurtal im Süden und durch den Eschbach im Westen (von Imgenbroich nach Süden zur Rur) gebildet wird, liegt Menzerath im älteren Siedlungskern des Feldgeleits, der im Zusammenhang mit den Limburger Burggründungen seit dem 12. Jahrhundert ausgebaut worden ist. Der Name beruht auf dem im Rheinland weitverbreiteten Grundwort -rath (vom Verb roden in der Bedeutung 'Rodung'), zusammengesetzt mit der Kurzform eines Personennamens Menzo als Bestimmungswort. Die Kurzform ist aus zweigliedrigen Namen mit einem Erstbestandteil Magin-/Megin- gebildet.

Wie die Erstbezeugung zeigt, sind unter dem Namen ursprünglich zwei Siedlungen verstanden worden, die gelegentlich auch Groß- und Klein-Menzerath genannt werden. Diese Zweiteilung hatte Geltung bis zur Gebietsreform von 1972, insofern der nördliche Teil der Siedlung zur Gemeinde Imgenbroich, der südliche zur Stadt Monschau gehörte.

Am nördlichen Ausgang nach Imgenbroich bestand der gleichnamige Lehnshof des Herzogs von Jülich. Der Hof, der einen geharnischten Reiter für das herzogliche Heer bereitzuhalten hatte, ist anlässlich der Verlehnung an den Schultheißen Hermann Mannheuft zum Jahr 1482 bezeugt, existierte aber bereits früher. Bei der Urkatasteraufnahme von 1821 war der Hof noch vorhanden.

Der vor dem Taleinschnitt des Eschbachs aufgestaute Menzerather Weiher ist seit dem 16.Jahrhundert als Fischweiher bekannt, aus dessen Ertrag der Hof des Herzogs von Jülich beliefert wurde. Mit weiteren Staubecken diente der Weiher zur Regulierung des Wassers für Mühlenwerke der Tuchmacherzeit, ehe er seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wieder zur Fischzucht und zur Beförderung des beginnenden Fremdenverkehrs genutzt wurde.

Menzerath ist für die Gemeindeorganisation der Lutheraner im Monschauer Land bedeutsam geworden, weil für das Stichjahr 1624 evangelischer Gottesdienst in Menzerath nachgewiesen werden konnte. Dadurch war den Lutheranern aus Imgenbroich und Monschau nach den Konfessionsverträgen von 1672/73 der Bau einer Kirche (Weihe 1683) und die Einrichtung eines Friedhofes (seit 1678) möglich (s. Imgenbroich, Monschau). Die 1830 wegen Baufälligkeit geschlossene Kirche wurde 1831 abgerissem, aus dem Steinmaterial die noch vorhandene Umfassungsmauer des Friedhofs mit bemerkenswerten Grabsteinen von Angehörigen der Tuchfabrikantenfamilien errichtet.

Menzerath2

 

OPfarrhMenz

Die Abbildung ist einem Konzessionsantrag vom
13.10.1810, für die Einleitung des Eschbaches in das Mühlchen, entnommen

 

Ehem. Pfarrhaus

Literatur:

H. Steinröx: Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes, Monschau : Geschichtsverein des Monschauer Landes 1994

 

Hargard

Hargard ist zunächst als Flurbezeichnung der Name der Hochfläche südwestlich von Imgenbroich zwischen Kieselbach (Verlauf B 258) und Eschbach (Verlauf K 2). Der im Rheinland vielfach vorkommende Name bedeutet 'Flachsgarten'.

Der Siedlungsplatz hat seinen Ausgang genommen von einem Bauernhof, dessen Inhaber a. 1581/82 als der halffman auff Hargart bezeugt ist. Der noch bestehende Hof liegt am höchsten Punkt des Weges von Menzerath, den Eschbach querend, zum Kieselbachtal (Hargardsgasse und B 258) und weiter nach Lauscherbüchel. Er war bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts das einzige Gebäude der Flur.

Im Gefolge der veränderten Streckenführung der Landstrasse von Imgenbroich nach Monschau (ab 1828 Verlauf der heutigen B 258 statt durch das Eschbachtal) entstanden weitere Gebäude (z.B. Gasthaus 1844/48; eine Siedlung bei den Serpentinen des Kieselbachs 1939), vermehrt nach dem 2. Weltkrieg (u.a. Strassenmeisterei, heute Bauhof der Stadt Monschau; zweite Jugendherberge neben der Jugendburg Monschau 1969).

Literatur:

H. Steinröx: Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes, Monschau : Geschichtsverein des Monschauer Landes 1994

Stillbusch

Gutshof am Weg von Monschau nach Konzen, der nahe der Blumenauer (auch: Stillbusch-) Mühle vom Tal des Laufenbachs auf die nördliche Talseite des Schwangelbachs ansteigt. Vor den ersten Wegeausbauten des 18. Jahrhunderts, die im Zusammenhang mit der Imgenbroich-Monschauer Tuchmanufaktur standen, war dieser Weg die Hauptverbindung zur Pfarrkirche nach Konzen.

Der Gutshof wurde im Jahr 1571 durch Christoph von Rolshausen den Älteren (Amtmann ["Verwaltungschef"] in Monschau 1543 - 1585) errichtet und blieb Pachthof der Familie Rolshausen bis zum Verkauf in Privathand 1814.

Literatur:

H. Steinröx: Höfe - Mühlen - Schiefersteine. Aufsätze zur Geschichte des Monschauer Landes, Monschau : Geschichtsverein des Monschauer Landes 1994

© · 2006 Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V