Rohren

 

Rohren (Erstbezeugung a. 1521/22 vpt Royren)

Auf der Höhe südlich der Rur ist Rohren als eine der jungen, frühneuzeitlichen Siedlungen des Monschauer Landes aus dem Forstbezirk der sogenannten "Widdauer Hut" gerodet worden. Die jüngeren Siedlungsnamen für Rodungsplätze im Monschauer Land sind nicht mehr als Zusammensetzungen mit der Form -rath als Grundwort und einem Bestimmungswort (meist Personennamen) gebildet, sondern enthalten als Basis das Verb roden allein (vgl. Rott, Roetgen, Raeren). Entsprechend der Mundart fällt -d- zwischen Vokalen aus. Zur Unterscheidung gegenüber dem nahen gleichnamigen Raeren tritt vielfach ein unterscheidender Zusatz auf (z.B. a. 1575 Schuttlers Roider), nach der Berufsbezeichnung von Personen, die Holzschüsseln herstellten. Im Unterschied dazu hiess Raeren aufgrund seiner Töpfereitradition Kanne-Roare 'Kannen-Rohren'.

Wie Höfen 1639 der neuen Pfarre Monschau zugeteilt, errichteten die Rohrener 1700, etwa gleichzeitig mit dem Nachbarort Höfen, eine Kirche; die wenig später an der Kirche bezeugten Priester amtierten unter der Pfarre Monschau. Danach folgten: Pfarrerhebung 1804, Kirchenneubau 1864-67 (Weihe 1871, St. Kornelius).

ORohren

Dorfstrasse - heute Retzstr. 1914

  Die Wiederherstellung nach dem 2. Weltkrieg war 1955 abgeschlossen.

In kommunaler Hinsicht war Rohren seit der französischen Verwaltungsneuordnung eng mit Höfen verbunden und hat mit der grösseren Nachbarsiedlung sämtliche kommunalen Neugliederungen mitvollzogen.

Vor den Zerstörungen im Herbst und Winter 1944/45 wies Rohren eine bemerkenswerte Anzahl von landestypischen Fachwerkgehöften auf. Ein charakteristischer Bau ist in das Rheinische Freilichtmuseum Kommern überführt worden.

Mit der Zunahme des Fremdenverkehrs und dem Bau eines Vereinshauses des Alpenvereins 1959/60 sind in Rohren auf den Nordhängen zur Rur Wintersporteinrichtungen (Schlepplift, Sommerrodelbahn) entstanden.

Literatur:

H. Steinröx: Der Ursprung des Dorfes Rohren, ML 10 (1982) S. 149-153; Th. Schreiber: Höfen, Rohren und Widdau im Spiegel amtlicher topographischer Karten, ML 28 (2000) S. 31-48; R. Lückmann: Geschichte eines Fachwerkhauses. Bauentwicklung des Hofes Cloesgen in Monschau-Rohren, in: Volkskultur an Rhein und Maas 9 (1990) Heft 2, S. 51-68; R. Lückmann: Die Burg in Rohren, ML 21 (1993) S. 111-121; 1521 Royren - Rohren 2001. Geschichten und Geschichte, Rohren : Verein für Heimatgeschichte Rohren e.V. 2002

 

© · 2006 Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V